GAL informiert sich über Tübinger Energieaktion
„Auch Bühl kann blau machen“

Bühl/Tübingen. Bernd Schott ist den Energiefressern auf der Spur. Der Tübinger hat einen ganz besonderen Job: Er ist Umwelt- und Energiebeauftragter der Universitätsstadt. Eine Gruppe der Grün-Alternativen Liste Bühl (GAL) ließ sich nun von ihm zeigen, wie Tübingen „blau“ macht.

gal tübingen

Energiesparlampen statt stromfressender Glühbirnen, schaltbare Steckerleisten, die den Stand-by-Geräten den Saft abschalten, gut gedämmte Schulgebäude oder der Austausch von alten Heizungspumpen: es sind einfache Maßnahmen, mit denen die Stadt Tübingen bis zum Jahr 2020 rund zehn Prozent ihres Kohlendioxidausstoßes verringern will. „Tübingen macht blau“ heißt dieses Umwelt- und Klimaschutzprogramm, angestoßen vom grünen Oberbürgermeister Boris Palmer. Einen Tag lang blickte die Bühler Abordnung, darunter die fünf Gemeinderäte der GAL und ein Gemeinderat der Freien Wähler, den Tübinger Energiemanagern und Sparkommissaren über die Schulter.

„Wir brauchen keine Leuchtturmprojekte. Wichtig ist es, breitenwirksam zu arbeiten“, sagte Umweltbeauftragter Bernd Schott im Gespräch mit der Bühler Gruppe. Will sagen: Am besten, alle Bürger ziehen mit. Die Energiefresser sind nämlich oft auch in den Privathäusern zu finden. Zum Beispiel im Heizungskeller. Alte Heizungspumpen, die ständig und ungeregelt laufen, brauchen sehr viel Strom. Sie sind oft die größten Stromfresser im ganzen Haus. Wer sie austauscht, spart viel Geld. Wie das in Tübingen funktioniert, erläuterte Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Tübinger Stadtwerke. Das kommunale Tochterunternehmen lässt auf Antrag moderne energiesparende Pumpen einbauen. Dafür zahlt der Auftraggeber zunächst nichts. Die Kosten werden jedoch vier Jahre lang auf die Stromrechnung umgelegt. „Es entstehen keine Mehrkosten, da der Stromverbrauch deutlich zurückgeht“, so Wiebecke. Ab dem fünften Jahr, wenn die Pumpe abbezahlt ist, sinkt die Stromrechnung dann deutlich. „Das wäre wirklich auch etwas für Bühl“, so GAL-Gemeinderat Karl Linz, „da haben alle Beteiligten etwas davon. Das ist eine klassische Win-Win-Situation.“

Knapp ein Drittel des Strombedarfs erzeugen die Tübinger Stadtwerke selbst, so Ortwin Wiebecke – aus Wasserkraft, Photovoltaik-Anlagen und Kraftwärme-Kopplung. Und bald auch mit Hilfe der Windkraft. Zehn Millionen Euro investieren die Stadtwerke in einen Windpark im Meer vor der Nordsee-Küste. Wiebecke: „Offshore-Windparks sind die Perspektive für die Zukunft.“
Im historischen Sitzungssaal des Tübinger Rathauses ließ sich die Bühler Gruppe schließlich von Geschäftsführer Bernd-Thomas Hamm die Arbeit der „Agentur für Klimaschutz“ erläutern. Träger der Beratungsagentur sind der Kreis Tübingen, die Stadtwerke und die Kreishandwerkskammer. Sie bietet Privatleuten, Investoren und Kommunen eine umfassende Hilfe und Beratung in allen Energiefragen an. Die Erstberatung ist kostenlos. „Durch geeignete Maßnahmen kann der Wärmeverbrauch in bestehenden Gebäuden um bis zu 70 Prozent gesenkt werden“, sagte Bernd-Thomas Hamm. „Damit kann ein relevanter Beitrag zum Klimaschutz und zur Entlastung des Portmonees geleistet werden.“ Energie und Geld sparen, das hörte die Bühler GAL-Gruppe gern und will ähnliche Aktionen auch in Bühl auf den Weg bringen. Gemeinderat Karl Linz: „Auch Bühl kann blau machen.“


 

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